GRÜNE wollen Wechseljahre enttabuisieren

14.05.24 –

In Deutschland sind derzeit neun Millionen Frauen zwischen 40 und 55 Jahren und befinden sich somit wahrscheinlich in den Wechseljahren. Zwei Drittel davon haben Beschwerden und sogar ein Drittel der Frauen hat schwere Symptome durch die Hormonumstellung. Dutzende Symptome können auftreten: von Hitzewallungen über ein hohes Osteoporose-Risiko bis hin zu Schlafstörungen, Gelenkschmerzen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Nicht wenige Betroffene, so zeigen Studienergebnisse, müssen daher im Berufsleben kürzer treten oder beenden dieses im schlimmsten Falle vorzeitig. Der betriebs- und volkswirtschaftliche Schaden ist immens. Die renommierte Mayo-Clinic ermittelte, dass die USamerikanische Wirtschaft jedes Jahr 1,8 Milliarden US Dollar allein durch den Ausfall von Arbeitsstunden aufgrund von Wechseljahresbeschwerden verliert.

Über 60 Prozent der Mitarbeitenden der Stadt Oberhausen sind weiblich und somit im unterschiedlichen Ausmaß vom Thema „Wechseljahre“ betroffen. Die GRÜNE Ratsfraktion hat daher eine Bedarfsanalyse beantragt, um bei den städtischen Mitarbeiterinnen Befindlichkeiten zu ermitteln. Ebenso die männlichen Kollegen sollen zu diesem Thema befragt werden, denn das Tabu, die fehlende Aufklärung sowie die Auswirkungen betreffen auch sie.

„Wir wollen, dass die Stadt Oberhausen als Arbeitgeberin Maßnahmen und Handlungsempfehlungen entwickelt, um die Betroffenen so gut wie möglich zu unterstützen“, erklärt Fraktionssprecherin Stefanie Opitz. Die GRÜNEN haben dabei im Blick, den Herausforderungen durch den demografischen Wandel sowie dem Fachkräftemangel auf allen Ebenen zu begegnen.

„Die Stadtverwaltung muss arbeitsfähig bleiben“, so Opitz. „Wir sollten daher fürsorglich und bedacht mit dem Potenzial der Angestellten umgehen.“ Zudem, da ist sich die GRÜNE sicher, sei es überfällig, das Thema „Wechseljahre“ endlich zu enttabuisieren.

Der Antrag wurde, mittlerweile von der SPD-Fraktion und den GRÜNEN gemeinsam getragen, in der letzten Ratssitzung positiv beschlossen.

„Die CDU-Fraktion verschloss sich zu unserer Verwunderung sowohl unseren Argumenten als auch dem Thema selbst“, erklärt Stefanie Opitz. „Sie schien die bisherigen Maßnahmen für die städtischen Bediensteten als ausreichend zu beurteilen und lehnte den Antrag ab. Uns hingegen sind keine Handlungen in dieser Richtung bekannt, die diese Ablehnung begründen könnten.“

Am 17. September führt die GRÜNE Ratsfraktion allgemein zum Thema „Wechseljahre“ eine öffentliche Diskussion in der Schmiede des Zentrum Altenbergs durch. Auf dem Podium sitzen – so der gegenwärtige Stand – Dr. Christine Gathmann von Pro Familia, der Gesundheitsamtsleiter Dr. Emanuel Wiggerich und die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oberhausen, Julia Pietrasch. Weitere Informationen folgen.

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